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Was ist Ozeanversauerung?

Die Auswirkungen des Treibhauseffektes durch fossile Brennstoffe (Kohle, Öl und Gas) auf die globale Erwärmung sind niemandem entgangen. Ozeanversauerung ist eine andere, wenngleich weniger bekannte Folge, der 79 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) die täglich in die Atmosphäre ausgestoßen werden. Dies ist nicht nur der Verbrennung fossiler Treibstoffe, sondern auch der Waldrodung und  Zementproduktion, zuzuschreiben. Seit dem Anfang der industriellen Revolution sind circa ein Drittel des anthropogenen CO2-Ausstosses durch die Ozeane, die eine Schlüsselrolle für den gemäßigten Klimawandel spielen, absorbiert worden.  Ohne diese Kapazität der CO2-Aufnahme der Ozeane wäre die CO2 Konzentration in der Atmosphäre viel höher und die globale Erwärmung und deren Konsequenzen noch dramatischer. Die Auswirkungen der Ozeanversauerung auf marine Ökosysteme sind nach wie vor wenig erforscht, aber eine der wahrscheinlichsten Konsequenzen wird das verlangsamte Wachstum von Organismen sein, die ein Skelett oder Schalen aus Kalk bilden, wie Korallen oder Muscheln, sein.

 

Was ist EPOCA?

 

EPOCA (European Project on OCean Acidification) ist ein Europäisches Projekt über die Versauerung des Ozeans, ein sogenanntes „Integriertes Projekt“ im 7. Rahmenprogramm der Europäischen Union. Es wurde im Juni 2008 für eine Laufzeit von 4 Jahren ins Leben gerufen.

Das EPOCA Konsortium vereinigt mehr als 160 Wissenschaftler von 32 Instituten und 10 Europäischen Ländern (Belgien, Frankreich, Deutschland, Island, Die Niederlande, Norwegen, Schweden, Schweiz und Großbritannien).

 

Koordination des Projektbüros:

Projektkoordinator: Jean-Pierre Gattuso
Projektmanagerin: Lina Hansson
Informations- und Technologiemanagerin: Anne-Marin Nisumaa

Laboratoire d’Océanographie (CNRS/Université Pierre et Marie Curie, Paris 6)

BP 28

06234 Villefranche-sur-Mer Cedex

France

Tel: +33 493 76 38 69
Fax: +33 493 76 38 34

 

 

Was sind die Ziele von EPOCA?

Das wissenschaftliche Interesse von EPOCA beinhaltet vier Themenschwerpunkte:

Erstens ist Ziel in EPOCA die Veränderungen in der Chemie des Ozeans und der geographischen Verbreitung von Meeresorganismen über Zeit und Raum zu dokumentieren. Paläontologische Methoden werden auf unterschiedliche Organismen, wie Foraminiferen und Tiefseekorallen, die als Umweltarchive dienen, angewandt. Daraus lassen sich Rückschlüsse über Veränderungen in der Meereschemie (Karbonatsystem, Nährstoffe und Spurenmetalle) der Vergangenheit ziehen welche sich mit der heutigen Situation verknüpfen lassen und so Vorhersagen über mögliche Veränderungen ermöglichen.

Zweitens wird Hauptbestandteil EPOCAs sein, die Auswirkung der Versauerung der Ozeane auf Meeresorganismen und marine Ökosysteme zu quantifizieren. Die wichtigsten fürs Klima relevanten biogeochemischen Prozesse, wie Kalzifizierung, Primärproduktion und Stickstofffixierung werden anhand unterschiedlichster Techniken untersucht und werden sowohl molekulare, physiologische als auch ökologische Methoden und Herangehensweisen beinhalten. Perturbationsexperimente werden sowohl im Labor als im Feld an Organismen ausgeführt, die aufgrund ihrer ökologischen, biogeochemischen oder sozio-ökonomischen Bedeutung eine Schlüsselfunktion im Ökosystem innehaben.

Ein dritter Bestandteil in EPOCA ist die Modellierung, welche die chemischen, biologischen und biogeochemischen Auswirkungen der Ozeanversauerung in biogeochemische, sedimentologische und gekoppelte Ozean-Klima Modelle integrieren wird. Ein Hauptaugenmerk wird auf die Rückkoppelung physiologischer Änderungen des Kohlenstoff-, Stickstoff-, Schwefel- und Eisenkreislauf gelegt und darauf, wie umgekehrt diese Kreisläufe das Klima beeinflussen oder von zukünftigen Klimaveränderungen beeinflusst werden.

Ein letztes Ziel in EPOCA wird sein, die Unsicherheiten in Prognosen, die Risiken und Schwellenwerte ("tipping points") die mit der Ozeanversauerung verbunden sind, zu etablieren. Es soll zudem Wege die den CO2 Ausstoß betreffen aufzeigen, die verhindern können, dass die entsprechenden Schwellenwerte überschritten werden und beschreiben, wie sich der augenblickliche Zustand ändern würden und die beschriebenen Risiken sich auf das Meer und die Erde auswirken werden, falls das erträgliche Maß an CO2 Ausstoß überschritten wird.

 

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